Bochums Wärmeplanung
Wärmeversorgung ist eines der großen Zukunftsthemen. Der Rat hat jetzt den Wärmeplan der Stadt Bochum verabschiedet – die Wärme-Strategie für die nächsten Jahre also. Die CDU hat dabei einige eigene Akzente setzen können. Unser Ratsherr Dr. Benedikt Gräfingholt hat die Infos dazu:
Der Wärmeplan ist eine gute und belastbare Grundlage. Jede größere Stadt muss per Gesetz einen solchen Plan aufstellen. Er zeigt, wie Bochum künftig klimafreundlich heizen kann, und unterscheidet dafür zwischen Gebieten, in denen die Fernwärme ausgebaut werden soll, und Gebieten, in denen eher individuelle Lösungen wie Wärmepumpen sinnvoll sind. So erfahren Eigentümerinnen und Eigentümer, welche Wärmeversorgung an ihrem Standort voraussichtlich infrage kommt. Pflichten entstehen daraus nicht. Auch in den Fernwärmegebieten ergibt sich aus dem Wärmeplan kein Anschlusszwang, und umgekehrt gibt es keinen Anspruch auf einen Fernwärmeanschluss. Die Verwaltung hat gemeinsam mit den Stadtwerken und der Bochumer Wohnungswirtschaft sehr gründlich gearbeitet, dafür gebührt allen Beteiligten ausdrücklich Dank.
Ein Plan ist aber noch keine Umsetzung. Deshalb hat die CDU drei Ergänzungen eingebracht, die bereits Mitte September im Umweltausschuss eine Mehrheit gefunden haben. Es handelt sich um Prüfaufträge. Die Verwaltung hat bis zum 30. Juni 2027 Zeit, dem Rat darüber zu berichten.
Erstens braucht mehr Fernwärme auch mehr klimafreundliche Wärmeerzeugung. Stadt und Stadtwerke sollen deshalb untersuchen, welche zusätzlichen Kapazitäten möglich sind. Dazu gehören Großwärmepumpen, Gruben-, Fluss- und Abwasserwärme, Geothermie und Biomasse. Auch ein zusätzliches Heizkraftwerk und die Weiternutzung des Gasnetzes mit alternativen Brenngasen gehören auf den Prüfstand. Wichtig ist uns, dass Standorte, Kosten, Fördermöglichkeiten und die Auswirkungen auf die Wärmepreise offen auf den Tisch kommen.
Zweitens funktionieren Wärmepumpen und Elektromobilität nur mit leistungsfähigen Stromnetzen. Die Verwaltung soll deshalb gemeinsam mit den Netzbetreibern einen Ausbauplan für die Stromnetze in ganz Bochum erarbeiten. Das gilt unabhängig davon, ob ein Quartier künftig mit Fernwärme oder dezentral versorgt wird.
Drittens – und das ist mir besonders wichtig – endet Wärme nicht an der Stadtgrenze. Bochum liegt mitten in einem eng verflochtenen Ballungsraum. Wenn wir Wärmenetze mit unseren Nachbarstädten verknüpfen und gemeinsam planen, können Erzeugungsanlagen besser ausgelastet und Kosten geteilt werden, dazu kann die Versorgung sicherer gemacht werden. Diesen Blick über den Tellerrand soll die Verwaltung jetzt gemeinsam mit den Stadtwerken konkret prüfen. Unser Ziel bleibt eine Wärmeversorgung, die sauber, sicher und bezahlbar ist. Wir bleiben dran und werden die Berichte im kommenden Jahr genau auswerten.
Dr. Benedikt Gräfingholt
Die Beschlussvorlage der Verwaltung ist im Ratsinformationssystem unter TOP 1.17 der Ratssitzung abrufbar.