Verkehrsversuch Linden: CDU sieht Stadt zum Handeln gezwungen

„Die Stadt Bochum sollte die Sommerpause nutzen, um sich intensive Gedanken zum Verkehrsversuch auf der Hattinger Straße in Linden zu machen. Bei den durchgeführten Maßnahmen überwiegen die Nachteile. Wir dürfen uns auch im Interesse der ortsansässigen Einzelhändler keine Experimente mehr leisten, die schon vor dem Start gescheitert waren.“ Diesen Wunsch äußert CDU-Ratsfrau Sophie Sommer, die zuletzt mit einer Anfrage im Mobilitätsausschuss Druck gemacht hat. Darin hat sie nicht nur nach ersten Ergebnissen gefragt – etwa dem Verkehrsaufkommen auf der Hattinger Straße und auf angrenzenden Ausweichstrecken. Sommer hat auch die Frage formuliert: „Besteht aus Sicht der Verwaltung die Möglichkeit, den Verkehrsversuch vorzeitig zu beenden?“ Die Antwort der Verwaltung steht noch aus.
Seit Monaten sorgt der Verkehrsversuch über Linden hinaus für Diskussionen. „Es zeigt sich“, sagt auch der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion Dr. Stefan Jox, „dass die Maßnahmen die angestrebten Ziele nicht erreichen und stattdessen erhebliche Probleme für Anwohner, Geschäftsleute und Verkehrsteilnehmer verursachen. Der Einzelhandel in Linden braucht Kunden und keine zusätzlichen Hürden. Wenn Parkplätze wegfallen und die Erreichbarkeit leidet, gefährdet das die wirtschaftliche Zukunft des Stadtteilzentrums.“
Ein Kritikpunkt der Union betrifft die neue Verkehrsführung, bei der sich nun Radfahrer, Kraftfahrzeuge und Straßenbahnen den engen Straßenraum teilen müssen. „Viele Bürger empfinden diese Situation als unübersichtlich und unsicher. Wir haben von Eltern gehört, die ihre Kinder lieber nicht mehr mit dem Rad über die Hattinger Straße fahren lassen“, sagt Sophie Sommer. „Dass die Einzelhändler massiv unter dem Wegfall von Parkplätzen leiden, ist aus unserer Sicht ausdiskutiert. Man kann in Bochum nicht permanent Verkehrspolitik auf Kosten der Wirtschaft betreiben. Die CDU hat von Anfang an gewarnt, vielleicht hört man jetzt mal zu. Und vielleicht hat die Stadt ja den Mut, sich schnell und unbürokratisch mit den Hauptbetroffenen und der Politik im Bezirk an einen Tisch zu setzen.“