August-Bebel-Platz: Gebremster Autoverkehr und neue Ideen

„Nach dem erneuten und mehr als deutlichen Votum der Wattenscheider Bezirksvertretung gegen einen autofreien August-Bebel-Platz ist das Thema durch. Man kann die Autofreiheit jetzt unmöglich weiter durch die Gremien peitschen“, erklärt der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion Dr. Stefan Jox zum Wattenscheider Aufreger-Thema Nummer eins. Die CDU geht deswegen mit einem Antrag in die Sitzung des Ausschusses für Mobilität, Digitalisierung und Infrastruktur am kommenden Mittwoch (15 Uhr, Technisches Rathaus), in dem es heißt: „Die Verwaltung wird beauftragt, eine Planung für die Neugestaltung des August-Bebel-Platzes vorzulegen, die dem Beschluss der Wattenscheider Bezirksvertretung Rechnung trägt, dass weiterhin die Durchfahrt des motorisierten Individualverkehrs ermöglicht werden soll. Darüber hinaus soll eine bessere Ordnung der Verkehrsführung erreicht werden, auch im Sinne von Fußgängerinnen und Fußgängern, Radfahrern und Nutzern des ÖPNV. Ebenso sollen verkehrsberuhigende Maßnahmen durchgeführt werden, insbesondere eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 20.“

Doch das ist nicht alles. „Zuletzt wurde viel darüber diskutiert, ob Änderungen am Bebel-Platz überhaupt noch erwünscht sind“, sagt CDU-Ratsfraktionschef Karsten Herlitz. „Aus Sicht der CDU kann ich nur sagen: Mehr denn je! Wir waren ja immer gegen die Autofreiheit, andere haben leider sehr lange gebraucht, um die Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen. Und Tatsache ist nun einmal, dass die Folgen eines autofreien ‚Bebels‘ für die umliegenden Straßen unabsehbar wären. „Wir müssen damit umgehen, dass der Platz auf absehbare Zeit zweigeteilt sein wird.“


Aus diesem Grund hat die CDU-Ratsfraktion auch ein Bündel von Ideen entwickelt, die bisher so nicht auf dem Markt waren. „Wir halten es städtebaulich für den besten Ansatz, den Brunnen in den Mittelpunkt der Planungen zu stellen. Er ist ein Wattenscheider Wahrzeichen ähnlich wie der Hollandturm. Rund um den Brunnen sollte man die Aufenthaltsqualität durch das Schaffen von Sitzstufen erhöhen. Sofort habe ich Bilder im Kopf von lauen Sommerabenden an einem entsprechend beleuchteten Brunnen. Und am Freitagabend finden Events statt, bei denen sich die lokale Kulturszene präsentieren kann“, so Karsten Herlitz.

Gleichzeitig legt die Unionsfraktion Wert darauf, dass der Grünanteil spürbar erhöht wird. „Das ist ja Konsens in der Politik“, sagt Stefan Jox. „Wir wünschen uns aber auch Grün um die Haltestellen herum und schlagen ausdrücklich Rasengleise im Kernbereich des August-Bebel-Platzes vor. Dazu sollte es ein schlüssiges Beleuchtungskonzept geben, das nicht zuletzt den Brunnen als Star des Platzes illuminiert. Um trotz der Zweiteilung die Einheitlichkeit des Platzes zu hervorzuheben, sollte man prüfen, ob Bodenmuster Sinn machen.“

Aus dem Beschluss der Bezirksvertretung hat die CDU auch die mögliche Errichtung eines Wasserspielplatzes sowie den ausdrücklichen Verzicht auf einen Neubau am Ort des Parkplatzes in ihren Antrag aufgenommen.