Bochum und die Olympische Chance
Es wäre eine ziemliche Sensation, auch für uns im Ruhrgebiet: Olympische Spiele in der Rhein-Ruhr-Region. Am 19. April – also schon in vier Monaten – sollen auch die Bochumerinnen und Bochumer entscheiden, ob sie überhaupt wollen, dass unsere Stadt für Deutschland ins Rennen geht. Der Stadtrat hat jetzt möglich gemacht, dass der entsprechende „Ratsbürgerentscheid“ ausschließlich per Briefwahl erfolgen kann. Sophie Sommer, sportpolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion, meint: Eine solche Chance bekommt man so bald nicht wieder!
Olympische und Paralympische Spiele in der Rhein-Ruhr-Region wären eine Riesensache – für Nordrhein-Westfalen, für das Ruhrgebiet und ganz konkret auch für Bochum. Am 19. April 2026 entscheiden die Bochumerinnen und Bochumer, ob unsere Stadt Teil dieser Bewerbung sein soll. Dass der Stadtrat den Ratsbürgerentscheid als reine Briefwahl ermöglicht hat, soll eine gute Beteiligung sichern und Kosten sparen – denn diese Frage geht uns alle an. Es geht nicht um ein Projekt „von oben“, sondern um eine Entscheidung der Menschen in unserer Stadt.
Für mich persönlich war es etwas Besonderes, meine erste Rede im Rat ausgerechnet zu diesem Thema zu halten. Olympia steht für Werte, die mir wichtig sind: internationale Begegnung, Fairness, Spitzenleistungen – und gemeinsam mit den Paralympics für gelebte Inklusion.
Seit Jahrzehnten hören wir im Ruhrgebiet: Das hätten wir auch mal gern. Und fast genauso lange zweifeln wir daran, ob wir mit Städten wie Berlin oder München mithalten können. Ich bin überzeugt: Genau diesen Vergleich müssen wir gar nicht führen. Das Ruhrgebiet – und Bochum ganz besonders – hat seine ganz eigene Stärke. Unsere Offenheit, unsere Begeisterungsfähigkeit und unser Zusammenhalt sind Qualitäten, die Olympische und Paralympische Spiele prägen könnten. Nicht größer, nicht lauter – aber ehrlich, herzlich und unvergesslich.
Ich bin klar dafür, dass Bochum diesen Schritt geht. Ich glaube, dass wir das schaffen können – und ich sehe darin große Chancen für unsere Stadt: für Investitionen in Infrastruktur, für bessere Mobilität, für internationale Sichtbarkeit und für einen langfristigen Schub für den Sport vor Ort. Olympia kann ein Projekt sein, das über den Moment hinauswirkt, wenn wir es richtig angehen.
Gleichzeitig wäre es unseriös, nur über Chancen zu sprechen und die Herausforderungen auszublenden. Olympia ist kein Selbstläufer. Große internationale Spiele stellen hohe Anforderungen an Mobilität, Sicherheit und Finanzierung. Wir müssen uns ehrlich fragen: Wie machen wir unseren öffentlichen Nahverkehr leistungsfähiger und attraktiver – nicht nur für Gäste, sondern dauerhaft für die Menschen hier? Wie sorgen wir für sichere Abläufe bei einem Ereignis dieser Größenordnung? Wie machen wir das Ruhrstadion fit für Olympia? Und wie stellen wir sicher, dass die finanziellen Belastungen fair verteilt, transparent geplant und verantwortungsvoll getragen werden?
Diese Fragen gehören für mich untrennbar zu einer ernsthaften Olympiabewerbung dazu. Begeisterung allein reicht nicht – sie muss begleitet werden von guter Planung und politischer Verantwortung. Genau daran wollen und werden wir als Bochumer Politik und besonders als CDU-Fraktion aktiv mitarbeiten, damit aus einer großen Idee ein tragfähiges Projekt wird, das Bochum nachhaltig voranbringt.
Der anstehende Ratsbürgerentscheid ist dafür ein wichtiger erster Schritt. Er gibt den Bochumerinnen und Bochumern die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben und die Richtung mitzubestimmen. Ich freue mich auf die kommenden Diskussionen – und auf die Chance, gemeinsam zu entscheiden, ob Bochum Teil dieses besonderen olympischen Kapitels werden soll.
Ich bin überzeugt, dass wir diese Chance ergreifen sollten. Deshalb werbe ich für ein Ja zu Olympia in Bochum!
Sophie Sommer